Basiskurs Eis – Meine erste Hochtour auf den Großvenediger

Vier Tage in den Bergen, jede Menge neue Erfahrungen und am Ende sogar der Gipfel des Großvenedigers – besser hätte meine erste Hochtour kaum laufen können.


Wir waren eine Gruppe von acht Teilnehmern und wurden von zwei Tourenführern begleitet. Von Anfang an war die Stimmung super. Alle waren nett, hilfsbereit und immer für einen Spaß zu haben. Dadurch hat man sich direkt wohlgefühlt.

Tag 1 – Anreise und Vorbereitung

Um 7 Uhr morgens ging es von Lindau aus für uns los. Gegen 11:30 Uhr kamen wir am Parkplatz an und starteten direkt mit Kartenkunde, Tourenplanung und einem Materialcheck. Danach brachte uns das Hüttentaxi zum Ausgangspunkt unseres Aufstiegs.

Nach dem Hüttenanstieg erreichten wir gegen 16:45 Uhr die Hütte. Dort wurden wir direkt mit einem leckeren Drei-Gänge-Menü belohnt: Suppe, Krautsalat mit Käsespätzle und zum Abschluss Obstsalat.

Am Abend lernten wir verschiedene Knoten und bereiteten uns auf die Gletschertour vor. Danach saßen wir noch gemütlich zusammen und spielten ein Brettspiel.

Tag 2 – Erste Schritte auf dem Gletscher

Um 7 Uhr brachen wir auf und wanderten zum Gletscher. Für mich war es das erste Mal überhaupt, einen Gletscher zu betreten – ein richtig besonderes Erlebnis.

Zuerst liefen wir ohne Steigeisen, anschließend mit Steigeisen und steigerten uns Schritt für Schritt. Wir lernten den sicheren Umgang auf Eis, überquerten und übersprangen Gletscherspalten und übten die Spaltenrettung. Besonders spannend war, dass jeder selbst einmal in eine Gletscherspalte steigen durfte, um anschließend mit den erlernten Techniken wieder geborgen zu werden. Außerdem trainierten wir das Bremsen und Halten eines Sturzes auf Firn.

Nach einem langen und lehrreichen Tag kamen wir gegen 18:30 Uhr wieder an der Hütte an. Zum Abendessen gab es Gulasch. Da wir am nächsten Morgen bereits um 2 Uhr aufstehen mussten, gingen wir schon gegen 21 Uhr schlafen.

Tag 3 – Gipfeltag

Um 2 Uhr klingelte der Wecker. Nach einem schnellen Frühstück brachen wir um 3 Uhr im Schein der Stirnlampen auf. Gemeinsam querten wir den Gletscher und machten uns auf den Weg zum Gipfel des Großvenedigers auf 3.657 Metern.

Der Aufstieg war anstrengend, aber gut machbar. Leider konnten zwei aus unserer Gruppe aufgrund nachlassender Kräfte den Gipfel nicht erreichen und warteten an einer sicheren Stelle, bis wir wieder zurückkamen. Das zeigte, wie fordernd eine Hochtour sein kann und dass man seine eigenen Grenzen kennen muss.

Als wir schließlich bei schönstem Wetter am Gipfelkreuz standen, war die Freude riesig. Die Aussicht war einfach überwältigend und der Moment unvergesslich. Für mich als erste Hochtour war dieser Gipfelerfolg die Kirsche auf der Sahnetorte.

Nach dem Abstieg gönnten wir uns gegen 14 Uhr erst einmal einen wohlverdienten Mittagsschlaf. Am Abend ließen wir den erfolgreichen Tag bei einer Portion Grießsuppe, Ravioli und einem Stück Topfenstrudel gemütlich ausklingen.

Tag 4 – Abschluss und Heimreise

Am letzten Tag standen wir um 6 Uhr auf und übten nach einem ausgiebigen Frühstück an der Hütte wie wir uns selbst aus einer Gletscherspalte retten. Gegen 10 Uhr begann der Abstieg, und um 13 Uhr kamen wir wieder am Parkplatz an.

Bevor es nach Hause ging, aßen wir noch gemeinsam zu Mittag und ließen die vergangenen Tage Revue passieren. Dabei wurde allen noch einmal bewusst, wie viel wir in kurzer Zeit gelernt hatten.

Fazit

Der Basiskurs Eis war für mich ein unvergessliches Erlebnis. Ich habe in den vier Tagen unglaublich viel über das Gehen auf Gletschern, den Umgang mit Steigeisen, die Spaltenrettung und das Verhalten im Hochgebirge gelernt. Noch wichtiger war aber die großartige Gemeinschaft. Unsere Gruppe und die beiden Tourenführer ,haben den Kurs zu etwas Besonderem gemacht.

Der Gipfel des Großvenedigers war natürlich das Highlight, aber eigentlich waren alle vier Tage einfach großartig. Ich nehme viele neue Erfahrungen, schöne Erinnerungen und noch mehr Lust auf weitere Hochtouren mit. Vielen Dank an die beiden Tourenführer und an die ganze Gruppe für diese super Zeit!

Autor: Aaron Przygodda

Bildrecht: Wolfgang Zangerl, David Przygodda, Petra Stechele und Mario Ahlmann

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