Vom See zum See - dahoam unterwegs
Immer am Wasser entlang, vom See zum See auf möglichst einsamen Wegen, die Natur und Ruhe genießen und dabei unserem Hobby dem Mountainbiken nachgehen.
Nach z.T. längeren Anstiegen kam auch der Trailspaß nicht zu kurz, von verblockt, über Spitzkehren bis zu flowigen Abfahrten war alles dabei.
Nach dem Motto „Vom See zum See“ hat Trail-Engel Uta uns mit dem Bus vom Bodensee an den Forggensee gebracht. Schon bei der Ankunft in Halblech waren wir voller Vorfreude und die Stimmung war ausgelassen – alle hochmotiviert für die kommenden Tage!
Mit dabei: Andreas, unser Organisationstalent und Guide, der uns immer wieder motiviert hat, Anni, Archie, Manfred, Marcus und Stefan.
Am ersten Tag stand eine anspruchsvolle Etappe auf dem Programm: 49,8 km Strecke und 1.260 Höhenmeter.
Was für ein Start! Gleich der erste Abschnitt hat uns gefordert und unsere „Schiebefertigkeiten“ deutlich verbessert. Die 27% Steigung am Bäckenalmsattel waren dann doch für alle zu viel – aber gemeinsam haben wir die Herausforderung gemeistert. Die anschließende Abfahrt war rasant und der Weg so verblockt, dass sich das Trailglück erst später, als der Pfad flowig wurde, richtig eingestellt hat.
Die Landschaft war atemberaubend: vorbei am Schloss Linderhof ging es weiter über malerische Wege Richtung Grainau, wo wir uns erstmal stärken konnten.
Unser eigentliches Tagesziel, der Eibsee, wartete mit traumhafter Kulisse auf uns. Ein unvergesslicher Moment: Die meisten haben sich im kühlen Nass erfrischt. Abschließend brachte uns eine rasante Abfahrt zu unserer Übernachtung nach Oberhammersbach.
Unserer Mountainbike-Tour führte uns am zweiten Tag nach einem stärkenden Frühstück von Hammersbach nach Mittenwald.
Schweren Herzens mussten wir uns hier von Manfred trennen, der krankheitsbedingt die Heimreise antreten musste. Direkt nach dem Start folgte ein steiler Anstieg, bei dem der Regen einsetzte. Auf der DAV Trögelhütte saßen wir den Schauer bei sehr gastfreundlichen jungen Menschen bei Kaffee und Tee aus. Der weitere Anstieg und der anschließende Bernadeinsteig forderte uns mit einer Mischung aus tiefem Matsch und frischen Kuhfladen heraus. Weiter ging es über einen super spannenden, flowigen und abwechslungsreichen Trail vorbei am berühmten Schloss Elmau, dem zweimaligen Ort des G7-Gipfels. Eine wunderbare Badepause im herrlich erfrischenden Lautersee rundete die Etappe ab, bevor wir das Ziel Mittenwald erreichten.
Circa 1.400 hm und 34 km
Am dritten Tag hatte wieder einiges zu bieten – und begann direkt mit einer kleinen Suchaktion: Beim ersten Anstieg mussten wir erst einmal alle wieder einsammeln, nachdem Archi im Tritt die Abzweigung verpasst hatte.
Danach wartete ein traumhaft flowiger Trail entlang eines tief eingeschnittenen Bachtobels in der Nähe des Schießplatzes der Gebirgsjäger auf uns. Kurzer Stopp inklusive, um die Gebirgsjäger beim Abseilen zu beobachten – bevor es auf dem Trail weiter Richtung Isardelta ging.
Dann hieß es: Höhenmeter sammeln! Ein langer Anstieg auf der Forstautobahn – mit immerhin noch kommoden 14 % Durchschnittssteigung. Nach einem kurzen Erfrischungsstopp an einer leider geschlossenen Hütte und einer kleinen Abfahrt stand für die meisten von uns eine rund 300 Höhenmeter lange US2-Passage hinauf zum Soiernsee auf dem Programm. Im Laufe des Schiebens haben wir für uns eine Uphill Schiebeskala definiert:
US1: Schieben auf steiler Forstautobahn
US2: Singletrail mit leichter Verblockung – Schieben möglich
US3: Singletrail mit starker Verblockung – Bike teilweise anheben oder tragen
US4: Bike tragen in mittlerem Gelände
US5: Bike tragen in schwerem Geländet
Also immerhin „nur“ US2 – im Vergleich zu US3 am Vortag fast schon Flowig. Trotzdem gab es neidische Blicke auf die beiden Mitbiker, die diesen Trail tatsächlich hochstrampelten. Respekt!
Oben angekommen, wurden wir mit einem fantastischen Blick auf den wunderschön gelegenen Soiernsee belohnt. Die Anstrengung war sofort vergessen – und die Vorfreude auf die Abfahrt umso größer.
Die Abfahrt hatte es dann allerdings noch einmal in sich: Wir mussten eine Hangrutschpassage überwinden. Da waren wir ganz froh, mit unseren handlichen Bio-Bikes unterwegs zu sein und keine schweren E-Bikes durch das Gelände wuchten zu müssen.
Danach folgte eine lange, genussvolle Abfahrt auf der Forstautobahn hinunter zur Isar. Entspanntes Ausrollen entlang des Flusses brachte uns schließlich zum Sylvensteinstausee und unserem Hotel in Fall.
Das Einchecken verlief dann – sagen wir mal – nicht ganz reibungslos mit einer offensichtlich nicht ganz stressresistenten Emfangsdame.
Aber auch das konnte die Stimmung nicht trüben: Nach dem Einchecken ging es noch direkt zu einem erfrischenden Bad im Sylvensteinstausee. Anschließend ließen wir den abwechslungsreichen und erlebnisreichen Bike-Tag bei einem gemütlichen Abendessen ausklingen.
Tag 3 in Zahlen: 43 km und 1.200 Höhenmeter
Morgen geht's auf die letzte Etappe!
Tag 4: 719 Hm , 36 km
Von Fall zum Fall nach Tegernsee
Nach einem üppigen Frühstück im Hotel „Jäger von Fall“, gelegen am Sylvensteinspeicher im oberen Isartal, wo das Trinkwasser für München gesammelt wird, rollen wir erstmal ganz entspannt rechts der Isar mit leichtem Gefälle.
So konnten Muskeln, Gelenke und Geist langsam auf Betriebstemperatur gebracht werden. Ab einer Rechtskurve bei Mühlbach, weg vom Lauf der Isar, dann der zähe Aufstieg auf einer breiten, sandigen Forststrasse. Auf dem höchsten Punkt des heutigen Tages, bei ca. 1.280 m geht es dann nach links auf den Trail, der alles bietet, was das Bikerherz sich wünscht: Wurzeln, Stufen, Blöcke, Kehren, aber überwiegend gut fahrbar, bis es zum Fall kam.
Was war passiert?
Erstens: nicht gescheit aufgepasst.
Zweitens: nicht schnell genug unterwegs.
Drittens: eine feuchte Steinplatte und der Reiter (Archie) machte Plumps!
Jetzt zahlte es sich aus, das ganze schwere Zeug dabei zu haben: Rucksack, Protektoren, Handschuhe, Helm. Also nix passiert, Dreck abgeklopft und weiter. Der Trail wurde flowiger und wir erreichten See und Ort Tegernsee pünktlich, 40 Minuten vor Abfahrt des Zuges. Noch einen Kaffee mit Kuchen und Sahne, dann pünktliche! Fahrt mit der DB über München ins Allgäu. Es waren tolle,erlebnisreiche und intensive Tage.
Ziel der viertägigen Tour war es Naturerlebnisse in Verbindung mit Wasser in Kombination mit unserem Hobby das Mountainbiken in Einklang zu bringen. So verliefen die Etappen mit Start und Zielorte jeweils in der Nähe eines Sees und überwiegend an einem Fluss entlang. Die Seen waren herrlich erfrischend am Ende der Etappen und die Flüsse brachten eine kleine Abkühlung während der Aufstiege.
Die Voralpenlandschaft war grandios, sehr abwechslungsreich und die Wälder zeigten sich in einer herrlichen Vielfalt vom lichten Mischwald bis zum reinen Nadelwald.
Die letzte Etappe war ursprünglich bis zum Schliersee (60 km und 1.800 Hm) geplant, aufgrund der 4,5 stündigen Rückfahrt und der damit verbundenen späten Heimreise habe ich Sie deutlich gekürzt und das Etappenziel auf den Tegernsee gelegt.
Für mich waren es intensive Tage mit tollen Teilnehmern und einer wunderschönen Natur, einfach dahoam unterwegs sein!
Autor: Anni, Marcus, Stefan, Archie und Andreas