Senioren - Wanderreise 2026 Belluno
Eine neuntägige Reise und unvergessliche Erlebnisse!
Tagesbericht zur Wanderreise nach Belluno
20.09.26 Anreise nach Belluno
Pünktlicher Start am Bahnhof Lindau-Reutin!
Durch den Arlbergtunnel erreichten wir bald den Reschenpass – erste Pause mit Kaffee und Kuchen am Haldensee.
Durch den sonnigen Vinschgau fuhren wir an Meran und Bozen vorbei in Richtung Trient. Am Lago di Caldenazzo, sehr idyllisch, gab es eine weitere kleine Rast.
Durch das Val Sugano erreichten wir Belluno, gelegen in einem weiten Talkessel, umgeben von einer Traumkulisse, den Dolomoti Bellunesi. Autor: Anne Harder
21.09.26 Erster Wandertag – Visentin, Hausberg über Belluno
Über eine kurvenreiche Straße kamen wir in Nevegal an, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung, die uns herrliche Rundblicke
ins Tal und auf die bizarren Gipfel und Flanken der Dolomiti Veneziani bescherten.
Das erste Picknick war köstlich, so wie wir es mittlerweile gewohnt sind. So war unsere Enttäuschung über das geschlossene Rifugio Col Toront nicht allzu groß. An Stelle des erhofften Kaffees hat uns wieder die majestätische Bergkulisse in den Bann gezogen.
Der steile Abstieg, teils über „Marmorschotterwege“, brachte uns zu dem Santuario Maria Immaculata, eine beeindruckende moderne
Pilgerstätte. Zuverlässig, wie immer, erwartete uns André mit dem Bus. Autor: Christl und Anne
22.09.26 Zweiter Wandertag: Forno di Zolda – Val Pramper – Nationalpark
Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir erst mit dem Bus an der Piave entlang Richtung Langarone und biegen dann ab ins Val di Zolda.
Klaus erklärt uns, dass sich diese arme Gegend schon früh aufs Eismachen spezialisiert hat.
In den 50 er Jahren kamen die „Eismacher“ nach Deutschland, vornehmlich ins Ruhrgebiet. Dort haben sie Eis gemacht und aus ihrer Wohnung heraus verkauft. Das Wort Eisdiele führt darauf zurück, dass die Kinder sich auf eine Diele stellten, um das Eis abzuholen.
Jetzt geht es in ein steiles, kurvenreiches Tal, das früher sehr unzugänglich war. Das Tal weitet sich nach Zaldo und beschert uns einen wunderschönen Panoramablick auf die Civetta. André meistert alle engen Passagen mit Bravour. Nach ca. einer Stunde Fahrzeit erreichen wir den Parkplatz, unser Ausgangspunkt.
Er beginnt mit einem Quereinstieg ins Val Pramper mit dem Monte Pellmo im Blickfeld. Über Forst- und Waldwege stiegen wir moderat hinauf. Wir machen kurz Rast bei der Eichhörnchenhütte und setzen unseren Weg
in dieser einmaligen Landschaft fort.
Nach 480 HM haben wir einen herrlichen Rast- und Picknickplatz erreicht.
Wir genießen das reichliche Picknick und den gigantischen Panoramablick. Jutta gibt uns Einblick über das Älterwerden.
Schließlich brechen wir zum Rückweg auf und besuchen natürlich noch im Dorf eine Gelateria und probieren verschiedene
sehr leckere Eissorten.
Sehr zufrieden erreichen wir Belluno und dieser besondere Tag wird uns mit all den Natur- und Gebirgsschönheiten in Erinnerung bleiben.
Großen Dank an Brigitte und Klaus und unsere harmonische Gruppe.
Wir haben 500 HM auf- und abwärts bewältigt. Autor: Monika
23.09.26 Unser Ruhetag im Val de Mis – Schluchtenwanderung
Heute sollte eigentlich unser Ruhetag sein. Zur Auswahl standen ein gemütlicher Tag im Hotel, ein Ausflug nach Venedig, oder eine kleine Wanderung.
Die Entscheidung fiel einstimmig auf Letzteres. Unser Bus brachte uns zum 16 km entfernten Val de Mis. Der smaragdgrüne Stausee lag in seiner vollen Pracht vor uns und vermittelte uns sofort ein fast norwegisches Fjordfeeling. Wir starteten auf den Schluchtenweg, der auf steinigen Pfaden zügig bergauf führte. Schon bei der ersten Verschnaufpause stellte Maria schmunzelnd fest:“ Eigentlich war ich heute auf Wellness eingestellt!“ Von Wellness war zwar wenig zu spüren, doch die Natur entschädigte uns reichlich. Unser Weg war gesäumt von Eiben, zarten Alpenveilchen und klebrig gelbem Salbei. Nach ca. 2,5 km erreichten wir das trockene Flußbett.
Vor uns breitete sich eine faszinierende Kulisse aus riesigen Felsbrocken mit alten fossilen Einschlüssen aus. Besonders die kleinen, kalkweißen Steine beeindruckten uns mit ihren runden Formen und luden zum Sammeln ein.
Im weiteren Verlauf stießen wir auf eine historische Steinhütte. Eine Infotafel machte uns auf den „Wald, der von den Köhlern spricht“ aufmerksam und gab Einblick in die einstige Arbeit im Wald. Kurz vor dem Schluchtenausgang wartete eine Überraschung: Hoch über dem Fluss war eine Slackline gespannt, auf der ein junger Mann völlig tiefenentspannt balancierte. Ein spektakulärer Anblick!
Am Ende des Schluchtenrundweges kehrten alle glücklich und voller toller Eindrücke an den See zurück. Für einen Ruhetag war der Weg zwar anspruchsvoller als gedacht, missen wollte diese Tour jedoch niemand.
Zum krönenden Abschluss feierten wir Christels Geburtstag; zu unserem perfekten Picknick stießen wir mit einem Glas Prosecco auf das Geburtstagskind an.
Auf dem Nachhauseweg erfüllte Klaus schließlich noch Wolfgangs Wunsch nach einem Fotostop an einer entfernten historischen Brücke vor den Toren von Belluno.
Bei herrlichem Sonnenschein erstrahlte die Stadt zur schönsten Goldenen Stunde – der perfekte Ausklang eines gelungenen Tages.
Vielen Dank dafür! Autor: Waltraud und Wolfgang
24.9.26 Wanderung Longarone: über Casso nach Erto
Fit und fidel starten wir in den 4. Wandertag. Unser Bus fährt uns über Longarone (Eismacherstadt) zum Parkplatz oberhalb der Staumauer von Vajont, dem Ausgangspunkt unserer heutigen Wanderung. Dort erschüttern uns die bunten Gedenkbanderolen am hölzernen Geländer der 470 Kinder, die in der Nacht am 9.10.1963 ihr junges Leben verloren. Denn 250 Kubikmeter Gestein brachen vom Hang des Monte Toc ab und stürzten in den Stausee, was eine 160 m hohe Woge erzeugte. Die gewaltige Druckwelle und die nachfolgenden Schlamm- und Wassermassen überspülten die Staumauer und die unterhalb gelegenen Ortschaften. Insbesondere Longarone wurde komplett vernichtet, dabei fanden 2000 Menschen den Tod. (Vielen Dank an Brigitte für diese Information)
Uns führt nun ein bequemer Naturweg im Wald hinauf in das Bergdorf Casso. Dort genießen wir den großartigen Rundblick über Wälder hinauf zum Kalksteinmassiv.
Zwischen den alten Steinhäusern und ganz engen Gassen entdecken wir eine schöne Fotoausstellung und danach freuen sich alle über einen Espresso in der kleinen Dorfbar.
Weiter geht es etwas anspruchsvoller. Wir überqueren ein Geröllfeld mit einer 40%igen Neigung. Diese Herausforderung haben alle gemeistert, da uns wie immer Klaus mit seiner Erfahrung und gelassenen, ruhigen Art hilfsbereit unterstützt. Nach dem Abstieg in einem steilen Hohlweg, der Konzentration erforderte, wurden wir an einem wunderbaren Platz mit prächtiger Bergsicht mit dem bekannten Picknick belohnt. Unser Weg führt nun abwärts nach Erto, einem alten Dorf mit vielen leerstehenden, baufälligen Häusern.
Mit einem Erfolgserlebnis und viel Freude fahren wir zurück in unser Hotel. Es war wie immer eine wunderschöne Wanderung, die uns bestimmt lange in Erinnerung bleibt.
Ganz herzlichen Dank an Brigitte und Klaus Autor: Brigitte und Uli
25.9.26 Val Pradidali – Canali
Grandiose Runde im Anblick der Pala – Gruppe
André fährt uns ab Belluno über das Städtchen Agordo mit einer langen Bergbaugeschichte - vor allem Kupferabbau - zum Passo di Cereda mit vielen Kehren zum Ausgangspunkt unserer heutigen Wanderung.
Auf dem Sentiero Piero Agostini zieht der Pfad am Berghang entlang durch lichten Mischwald Richtung Canali.
Unterwegs spendiert Maria Grissini umwickelt mit Speck als kleinen Snack.
Wir erreichen die Fahrstraße Richtung Malga Calani. Von hier haben wir einen grandiosen Blick auf die Pala Gruppe mit berühmten Kletterbergen, wie der 2.900 m hohen Cima Canali.
Der Weiterweg führt uns wieder bergauf ins Pradidalital. Das gewohnte und beliebte Picknick gibt es auf einer Waldlichtung. Auf Wurst und Schinken wird heute „verzichtet“???, da Freitag ist.
Nach der Pause geht es nochmals 100 Hm aufwärts, immer im Anblick der grandiosen Dolomiten Bergwelt. Ein Weg führt uns nach Überquerung des Rio Pradidali rechtsseitig des Wildbaches nach Tonadico, wo André die gutgestimmte, zufriedene Gruppe wieder einsammelt.
Länge der Tour 10 km, 400 Hm Aufstieg, 600 Hm Abstieg, reine Gehzeit 4 Std. Autor: Jutta und Doryt
26.9.26 San Martino – Alpago
Unser letzter Wandertag in dieser Woche bei schönem Wetter.
Wir fahren am Fluss Piave, in die Gegend Alpago. Dort starten wir in dem kleinen Dorf St. Martino. André lässt uns unterhalb der Kirche aus dem Bus.
Leider ist die Kirche geschlossen, doch der Blick ins Tal ist grandios. Es geht steil bergauf bis zu einem Kunstwerk aus Holz - „helping hands“ - mit einem Gedicht von Audrey Hepburn. Weiter geht es steil nach oben an süßen Eseln mit Fohlen und Dammwild vorbei. Klaus füttert den zutraulichen Hirsch mit Gras.
Bei der Überquerung einer breiten Mure zeigt uns der Chef einen großen Stein mit Kreuzdorn – Baum. Auch gibt es Rosmarinweidenröschen und das quirlige Weidenröschen, Wachholderbüsche, Dost und vieles mehr. Weiter geht es zu einer kleinen Kapelle mit grandiosem Rundblick. Hier läuten wir an der Glocke den Mittag ein und erreichen bald danach die Alpe Casera Crosetta aus dem Jahre 1280. Daneben richten wir auf dem steinernen Altar unser tolles Picknick her.
Alle genießen den tollen Ausblick! Der nette Wirt von der Alpe kocht uns auch noch einen Espresso. Der Abstieg auf dem früheren Alpweg bringt uns wieder ins Tal hinunter. Dort wartet der Bus schon auf uns.
André teilt uns freudig mit, dass die Kirche St. Martini um 15.00 von der Messnerin geöffnet wird. Wir singen zum Dank für diese grandiose Woche „Lobet und preiset ihr Völker den Herrn …“
Laufstrecke: 8,5 km, 410 Hm hinauf, 410 Hm hinab.
Abschlussabend der Gruppe im La Buca in Belluno Stadt. Autor: Gisela und Felicitas
27.9.26 Heimreise
Unser Heimreisetag hatte Überraschungen für uns. Über Feltre und durchs Cismon – Tal gings zügig Richtung San Martino di Castrozza und Rollepass.
In Tonadico war totaler Stau, die Durchfahrt Richtung Rollepass war gesperrt wegen „Almabtrieb“ und „Ortsfest“!!!
Durch ein Spalier mit tausenden Zuschauern*innen konnten wir unter Beifall umdrehen und dann über den uns schon bekannten Cereda – Pass, Agorda, Falcade und den Passo S. Pellegrino den gesamten Pala – Gebirgsstock umfahren.
Nach der wohlverdienten Pause für Fahrer und Reisende dann hinab nach Mohena durch‘s Val di Fieme nach Auer im Etschtal. In Bozen gings endlich auf die Autostrada in Richtung Brenner. Dieser war problemlos zu fahren. Zwischen Imst und Landeck nochmal vorgeschriebene Pause für André auf der Raststätte. Ankunft in Lindau fast wie geplant um 20:15.
Hoch zufrieden mit der diesjährigen Wanderreise Belluno, dem unfallfreien Verlauf und dem sonnigen Wetter hat uns die Heimat wieder. Autor: Klaus und Brigitte