Zwischen Geschichte und Naturgewalten
Faschingsskitour auf der Marteller Hütte (2610 m
Am Samstag, den 14.02.26, machten wir uns an den Aufstieg zur Marteller Hütte. Die Vorfreude war groß, auch wenn wir wussten, dass uns die Wetter-, Schnee- und Lawinenlage fordern würde. Oben angekommen, begrüßte uns der Hüttenwirt Bruno herzlich. Es war der erste Tag der Saison; die wenigen Gäste versprachen einen entspannten Aufenthalt.
Am Sonntag war ein Ort von besonderer historischer Bedeutung unser Ziel: die Drei Kanonen auf 3.275 Metern. Es ist kaum vorstellbar, mit welchem Aufwand diese drei Geschütze während des Ersten Weltkriegs im Gebirgskrieg dorthin transportiert wurden, wo sie bis heute zu sehen sind. Der Aufstieg über den Gletscher bei beißendem Wind und Kälte brachte einige von uns an den Rand ihrer Komfortzone, doch der Ausblick am Ziel bei strahlendem Sonnenschein entschädigte uns vollauf dafür.
Der Montag empfing uns mit Sturm, Schnee und einer angespannten Lawinenlage. Daher nutzten wir die Gelegenheit für Trockenübungen zur Spaltenbergung und Knotenkunde. Anschließend führten wir eine detaillierte, risikoorientierte Tourenplanung durch und brachen zu einer kleinen Tour auf. Auch hier standen ständige Risikobeurteilung und Lawinenkunde auf dem Programm. Zur Veranschaulichung des Schneedeckenaufbaus wurde zudem ein Schneeprofil gegraben und besprochen.
Am Dienstag stand schließlich der Abstieg an. Während der Großteil der Strecke unkritisch war, verlangte uns die Wegsuche in der Steilstufe kurz unterhalb der Hütte etwas Geduld ab. Als wir alle am Sammelpunkt angekommen waren, grüßte uns der eisige Sturm ein letztes Mal. Anschließend fuhren wir bei immer schönerem Wetter zum Auto ab. Die Rückfahrt führte uns über den märchenhaft verschneiten Reschenpass – ein schöner Abschluss einer gelungenen und lehrreichen Faschingsskitour.
Vielen Dank an unsere Tourenführer Felix und Flo!
Autor: Maria Schiel